Profile von hochbegabten Schülern

 

Verhaltensmerkmale

Erkennungsmerkmale

Schulische Maßnahmen

Profil I

Der erfolgreiche

Schüler

> perfektionistisch

> gute Leistungen

> will vom Lehrer bestätigt werden

> vemeidet Risikos

> akzeptierend und annpassungswillig

> gefügiges und abhängiges Verhalten

> Schulleistungen

> Leistungstests

> Intelligenztests

> Lehrerurteil

> Akzeleration und Enrichment

> Unterstützung der persönlichen Interessen

> Niveaubestimmung: d.h. Endstoff von Lehreinheiten als Testafgabe zur Lösung vorlegen; nur Aufgaben oder Aufgabenbereiche als Lehrstoff anbieten die nicht gelöst wurden

> Umgang mit Entwicklungsgleichen

> Anregen zum selbständigen Studium

> Begleitung durch einen Mentor

Profil II

Der Herausforderer

> verbessert den Lehrer

> stellt Regeln zur Diskussion

> ist ehrlich und direkt

> große Stimmungsschwankungen

> Arbeitsweise ist zuweilen inkonsistent

> geringe Selbstkontrolle

> kreativ

> Vorliebe für praktisches Handeln und Diskussion

> verteidigt eigene Auffassungen

> Strebsam

> Urteil der Mitschüler

> Urteil der Eltern

> Gespräche

> erwiesene Leistungen

> Beurteilung durch Erwachsene außerhalb der Familie

> Kreativitätstests

> tolerantes Klima

> möglichst Betreuung durch 'geeigneten' Lehrer

> kognitive und soziale Fertigkeiten üben

> direkte und deutliche Kommunikation mit dem Schüler

> Ausdruck von Gefühlen erlauben

> Selbsteinschätzung positiv unterbauen

> deutliche Vereinbarungen treffen

> Mentorbegleitung

Profil III

Der Rückzieher

> verneint Begabung

> nimmt nicht teil an Programmen für begabte Schüler

> vermeiden Herausforderung

> wechselt Freundschaften

> sucht soziale Akzeptanz

> Beurteilung durch begabte Mitschüler

> Beurteilung durch Eltern

> Leistungstests

> Intelligenztests

> erbrachte schulische leistungen

> Begabung anerkennen und entsprechend darauf eingehen

> zugestehen nicht teilzunehmen an Förderaktivitäten

> Geschlechtsrollen-Modelle geben - insbesondere bei Mädchen

> 'ungefragt' Information zur Schul- und Berufslaufbahn geben

Profil IV

Der Aussteiger

(drop-out)

> nimmt unregelmäßig am Unterricht teil

> sucht außerschulische Herausforderung

> achtet nicht auf sein Äußerliches

> isoliert sich selber

> kreativ

> übt Selbst- und Fremdkritik

> arbeitet unregelmäßig

> stört den Unterricht und reagiert sich ab

> Schulleistungen sind mittelmäßig oder niedriger

> defensive Einstellung

> Analyse der geleisteten Arbeit

> Information von Lehrern früherer Schulen

> Diskrepanz zwischen Intelligenztestwerten und erbrachten Leistungen

> inkonsistentes Leistungsverhalten

> Beurteilung durch begabte Mitschüler

> erbrachte Leistungen in außerschulische Umgebungen

> schulpsychologische Untersuchung

> Information zum sozialen Umfeld

> evtl. therapeutische Begleitung

> Mentorbegleitung

> Anlernen von Studiengewohnheiten

> Lernerfahrungen außerhalb der Schule

> nicht-traditionelle Studiermethoden gutheißen

Profil V

Der Lern- und Verhaltensgestörte

> arbeitet inkonsistent

> liefert mittelmäßige oder geringere Leistungen

> stört im Unterricht, fällt auf durch Abreagieren

> ein sebr wechselndes Profil bei Intelligenztest

> Erkennung durch Lehrer, die Erfahrung mit Leistungsversagern haben

> Erkennung durch Familienangehörige und andere Außenstehende

> Gespräche

> Art und Weise des Leistungsverhaltens

> Aufnahme in ein Förderprogramm für begabte Schüler

> benötigtes Lernmaterial zur Verfügung stellen

> Umgang mit Entwicklungsgleichen (intellektuelle Peers) fördern

> selbständiges Arbeiten und Studieren anregen

> individuelle Betreuung

Profil VI

Der Selbständige

> gutes Sozialverhalten

> selbständiges Arbeitsverhalten

> entwickelt eigene Ziele

> ist intrinsisch motiviert, braucht keinen Ansporn von außen

> kreativ

> setzt sich ledienschaftlich ein für seine Interessengebiete

> ist risikobereit

> vertritt und verteidigt eigene Auffassungen

> erreichte Schulresultate

> Produkte in den Interessengebieten

> Leistungstests

> Beurteilung durch Lehrer, Mitschüler und Eltern, sowie Eigenbeurteilung

> Intelligenz- und Kreativitätstests

> Erstellung eines Langzeit-Studienplanes

> Akzeleration und enrichment

> Lehrstoffkomprimierung

> weit gefächerte Förderung

> Mentorbegleitung

> frühzeitige Zulassung zur nächsten Schul- und Studeinart

Betts, G.T. & Neihart, M. (1988). Profiles of the gifted and Talented. Gifted Child Quarterly, 32(2), 248-253. © Übersetzung: Zentrum für Begabungsforschung, Universität Nijmegen; deutsche Übersetzung und Bearbeitung durch Franz Mönks. September 1996